Sonntag, 7. April 2013

Afrika Afrika VI

Nairobi

Unser erster Stop in Kenia is Nairobi und es regnet! Aus Strömen! Die Straßen sind kaputt, riesige Schlaglöcher sind mit Wasser gefüllt und die Taxifahrt zu unserem Couchsurfing Host hier ist ziemlich unbequem. Nairobi ist im Vergleich zu Addis Abeba eine richtige Metropole! Im CBD gibt es Hochhäuser, überall gibt es Einkauf-Malls, wie man sie aus den USA kennt, zwischendrin immer wieder schicke Neubausiedlungen. Aber auch hier geht es chaotisch zu, der Verkehr ist verrückt und in den meisten Wohngebieten sind die Straßen nicht asphaltiert und werden von dem Regen fast weggeschwemmt. Wir sind eben doch noch in Afrika. In Nairobi bleiben wir ganze 4 Tage/Nächte und die sind deprimierend und öde - bei meiner nächsten Afrikareise werde ich die Städte nur noch als Transitpunkt nutzen, das reicht! Ich muss auch zugeben, ich bin mit Vorurteilen nach Nairobi gereist und erwarte eine gefährliche Stadt, in der ich mich nicht alleine auf die Straße trauen kann. Ohne diese Vorurteile hätte ich vielleicht mehr Spaß gehabt? Aber natürlich war nicht alles doof in Nairobi! Wir haben mit unserem Host Ugali gemacht, die typische kenianische Beilage (oder auch Hauptbestandteil) beim Essen - eine "Pampe" aus Wasser und Maismehl. Schmeckt eigentlich nach nichts, aber füllt den Magen und macht satt (und das ist ja in ärmeren Ländern nunmal essentiell). (http://de.wikipedia.org/wiki/Ugali) Mit Fleisch und Soße dazu war es aber recht schmackhaft. Trotzdem, das kenianische Essen ist nicht mit der leckeren Küche Äthiopiens zu vergleichen.


Außerdem treffen wir in Nairobi Jurate, ein Mädchen aus Litauen, mit der wir uns schon vorher über Couchsurfing für Kenia "verabredet" haben und am letzten Abend in Nairobi treffen wir auch schon auf Olga aus Polen und Konrad aus Deutschland, mit denen wir uns ebenfalls vorher über Couchsurfing für unsere Safari verabredet haben.
Jurate kommt mit dem Bus nach Nairobi, aus Uganda, wo sie zuvor als Freiwillige in einem Dorf bereits für zwei Monate gelebt und unterrichtet hat. Sie kommt mit vielen spannenden Geschichten und Malaria im Gepäck. Es hat sie bereits das zweite Mal erwischt, diesmal wohl so richtig. Aber Jurate lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen, auch nicht durch ihren nicht ganz so tollen Host (weswegen sie nach einer Nacht mit zu unserem Host kommt) - fünf Monate reisen durch Afrika liegen noch vor ihr. Ich beneide sie darum und gleichzeitig weiß ich genau, dass ich das nicht könnte.



In Nairobi besuchen wir auch das Giraffe Centre, wo die vom Aussterben bedrohte Rothschildgiraffe gezüchtet und später in den Nationalparks (u.a. Lake Nakuru Nationalpark) ausgewildert wird. Leider ist es ziemlich voll und es sind mehr Besucher als Giraffen zu sehen - trotzdem gelingt es uns, diese tollen Tiere zu fütten, deren Spucke angeblich antiseptisch ist - also nach dem Füttern nicht die Hände waschen!



 




Mindestens genauso gut ist der Besuch des Elephant Orphanage, wo wir bei der Fütterung der verwaisten Babyelefanten zuschauen dürfen und auch einiges über die Elefantenbabys und ihre Geschichte im Speziellen und auch über Elefanten allgemein lernen. Wusstet ihr, dass der natürliche Tod des Elefanten das Verhungern ist? Elefanten haben in ihrem Leben sieben Zahnwechsel. Jeder Satz Zähne hält ca. zehn Jahre. Mit etwa 70 fallen einem Elefanten also zum letzten Mal die Zähne aus und keine neuen kommen nach. Ganz schön traurig. Aber ich weiß nun auch, wieso die Elefanten immer mit ihren Ohren schlackern (zur Temperaturregulierung) und warum sie sich mit dem Rüssel Schmutz auf den Rücken machen (Körperpflege).

Später (erst wieder in Deutschland) "adoptiere" ich einen der Babyelefanten durch eine kleine Spende für meine Schwester. Auf meine Frage vor der Reise, was ich ihr mitbringen soll, meinte sie nämlich "einen kleinen Babyelefanten". Das hätte sie besser nicht zu laut gesagt. Und somit gehört jetzt für ein Jahr dieser kleine Mann zu unserer Familie :-)

Link: Adoptionsurkunde :)
Link: Lemoyian










An Silvester sind wir auch in Nairobi und feiern bei einem anderen Couchsurfer mit einer großen Gruppe Einheimischer und Reisender. Lustigerweise treffen wir in seinem Apartment auf zwei Mädels aus Frankfurt, die wir (zumindest eine von ihnen) bereits bei den Couchsurfingmeetings in Frankfurt getroffen haben. Auch sie machen gerade Urlaub in Kenia. So klein kann die Welt doch sein und mit Couchsurfing wird sie noch kleiner!

Das war es dann aber auch schon in Nairobi und am 2.Januar geht es dann endlich auf Safari!!! Der Teil der Afrikareise auf den ich mich am meisten freue und ich werde nicht enttäuscht sein :-)